SPD Westerburger Land

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Therapeutisches Reiten steigert Lebensqualität

Veröffentlicht am 30.11.2011 in Aktuell

Bericht bei "WW-Kurier"
Der Gut Neuhof bei Alpenrod gehört mit mehr als 70 Pferden und der größten Reithalle in Rheinland-Pfalz heute zu den wichtigsten Reitanlagen im Westerwald. Bei einer Betriebsbesichtigung durch MdL Hendrik Hering, Ottmar Miles Paul, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderngen und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hachenburg, Peter Klöckner kamen bis dato wenig bekannte Aspekte zum Vorschein.

Bereits mit der erstmaligen Organisation der Shire Horse Show, die zuvor 20 Jahre lang in Düsseldorf stattfand, hat sich Gut Neuhof bei Alpenrod im vergangenen Jahr überregional einen Namen gemacht. Zu der aktionsreichen Veranstaltung mit den sanften Riesenpferden reisten mehr als 5000 Besucher aus ganz Deutschland an.

Hinter den öffentlichkeitswirksamen Großveransaltungen bietet der Neuhof weitere Besonderheiten. Weniger bekannt ist zum Beispiel der therapiebegleitende Einsatz der Pferde, der vom Neuhof schon seit 2008 durchgeführt wird. Pferde seien berechenbar, äußerte sich Frank Schulz, klare Ansagen würden voraussehbare Reaktionen beim Pferd hervorrufen. Das Training der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter fördere daher beim therapeutischen Reiten das Selbstwertgefühl. Dies gilt in besonderem Maß für Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Integrationsproblemen oder schwersten Erkrankungen: „Das Pferd geht auf jeden zu“, bekräftigt Schulz, man müsse sich nur auf Gefühlsebene mit dem Tier einlassen.
Bis 2005 wurde der Neuhof primär als Milchviehbetrieb geführt. Gemeinsam krempelten Frank Schulz und Nicole Buchta-Schulz danach ihre konzeptionelle Ausrichtung um. Seit 2007 ist die Anlage auf hohem Niveau auf das Reiten spezialisiert. 130 Hektar Land werden bewirtschaftet. Dressur-, Spring- und Westernreiten werden hier trainiert, immer wieder sind prominente Reittrainer zu Gast. Das zentrale Areal auf zwei Hektar und die beiden Haupthallen ermöglichen mit 20 mal 60 Metern und sogar 30 mal 70 Metern mitten im Westerwald Großveranstaltungen, die das Angebot vieler Ballungsräume übertreffen.

Die Mitarbeiter des Gestüts verzichten in diesem Jahr auf die sonst alljährlich beim Gut Neuhof verteilten Weinachtspräsente. So konnte der Neuhof 500 Euro zugunsten des Kuratoriums „Therapeutisches Reiten“ spenden. Den symbolischen Scheck nahm der Landesbeauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen, Ottmar Miles-Paul entgegen. Diesen Menschen den Zugang zu Tieren zu ermöglichen hält Miles-Paul für eine tolle Sache. Auch der Landtagsabgeordnete Hendrik Hering, der den Baufortschritt der neuen Hallen der Firma Craco bei Atzelgift besichtigte, legte auf seiner Fahrt einen Zwischenstopp am Gut Neuhof ein. Manchmal sei das Gute eben ganz nah, kommentierte Hering, der selbst im nur fünf Kilometer entfernten Hachenburg lebt, die Leistung des Neuhofes für die Region.
Bei einem gemeinsamen Rundgang fasste Pferdefreund Peter Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hachenburg, der auf dem Neuhof das Reiten erlernte, zusammen, der Pferdesport sei eine ganzheitliche Verbindung von Geist, Seele und Körper.
Zu den Teilnehmern des therapeutischen Reitens gehören auch Menschen, die an Multiple Sklerose oder an Krebs erkrankt sind. Der gelernte Rechtsanwaltsgehilfe Matthias Schmidt, der seine Ausbildung noch in der Kanzlei Herings absolvierte und durch einen Wirbelsäuleschaden beeinträchtigt ist, nutzt das Angebot des therapeutischen Reitens so oft wie möglich. Seine Lebensgefährtin Anna Hees hat selbst ein Pferd, das im vergangenen Jahr wegen fortgeschrittener Huf-Rehe eingeschläfert werden sollte. Sie konnte sich aber nicht von ihrem „Lord“ trennen und ließ es auf den Neuhof umziehen. Nachdem es dort dank liebevoller Pflege in wenigen Monaten vollständig genesen ist, führt Hees das Tier so oft es geht am Halfter, wenn Schmidt darauf sitzt. So wird aus dem therapeutischen Reiten ein Komposium innerer Bindungen. Trainiert wird das therapeutische Reiten von Michaela Brinkmann mit Unterstützung von Dominik Olivier, der sich gerade durch Weiterbildung auf therapeutisches Reiten spezialisiert. Wehrmutstropfen: Nicht alle Krankenkassen finanzieren das therapeutische Reiten. Alle Interessierten sollten die Kostenübernahme deshalb im Vorfeld abklären. Weitere Informationen im Internet unter www.gutneuhof.de

Von WW-Kurier Redakteur Thomas Sonnenschein

Homepage Hendrik Hering, Ihr Abgeordneter für den Westerwald

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